Das Sammeln von Baedekern

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Der Inhalt eines Baedekers

Baedeker-Reiseführer haben eine benutzerfreundliche Gestaltung, die es dem Reisenden ermöglicht, problemlos mit ihnen zu arbeiten und schnell das gesuchte zu finden.

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Der Vorderspiegel

Bevor uns das Buch selbst seinen Inhalt präsentiert, finden wir auf der Innenseite des Vorderdeckels den dort aufgeklebten Vorderspiegel. Dieser verzeichnet eine Liste der jeweils lieferbaren Baedeker-Ausgaben, oft auch mit einer entsprechenden Preisangabe. Ein für den Sammler wichtiges Gebiet sind deshalb die verschiedenen Veränderungen dieser Publikationslisten, die eingeklebt, teilweise auch eingelegt sind. Dies triff besonders auf die Ausgaben von Kanada zu, die sehr oft mit unterschiedlichen, von den Buchhändlern erstellten Verzeichnissen vorkommen.

Die Titelseite

Manchmal geht der Titelseite eine große, gefaltete Hauptkarte für das jeweilige Reisegebiet voraus. Danach sind auf dem Titelblatt der volle Buchtitel und - ausgenommen die ersten Ausgaben der "Rheinreise" - der Name "Karl Baedeker" als Autor angegeben. Letztere Angabe erfolgte auch noch lange nach seinem Tod im Jahre 1859, was seinem hervorragenden Ruf geschuldet war.

Weiter sind die Anzahl der Karten und Pläne sowie die Auflagenummer (auch hier ausgenommen die ersten Ausgaben) angegeben, ebenso wie der Verlagsort und das Ausgabejahr. Bis 1872 war der Verlagsort Koblenz (damals in den deutschen Ausgaben noch als "Coblenz" geschrieben bzw. "Coblence" in den französischen und englischen). Im Jahre 1873 veränderte sich diese Angabe in "Koblenz and Leipzig"; danach ist Leipzig der alleinige Verlagsort. In den englischen Ausgaben wurde bis 1907 die Schreibweise "Leipsic" verwendet, in den Folgejahren war sie mit der deutschen identisch.

Hieroglyphics

Inhaltsverzeichnis und Einführung

Auf das Titelblatt folgen das Inhaltsverzeichnis und eine Anzahl von Einführungsseiten, die allgemeine Reiseinformationen über das betreffende Reiseland enthalten, wie Zollbestimmungen, die Höhe des Trinkgelds in Restaurants, das in den Jahreszeiten anzutreffende Wetter, die empfohlene Reisebekleidung, die Höhe des erforderlichen Reisebudgets oder wie die Reise im allgemeinen geplant werden sollte. Zusätzlich werden mitunter weitere länderspezifische Informationen vermittelt, z.B. zur Geschichte oder Kunst des Landes oder sogar wie man Hieroglyphen verstehen kann (in den Bänden für Ägypten).

Die Einführungsseiten sind stets mit römischen Ziffern nummeriert. Einige Ausgaben für Ägypten bringen es dabei auf die stattliche Anzahl von mehr als 200 Seiten Einführungstext; im allgemeinen liegt aber die Seitenzahl nur zwischen 30 und 60.

Der Hauptinhalt

Der Inhalt ist gewöhnlich nach Reiserouten gegliedert, die sich von einem Hauptort zum nächsten erstrecken, die sehr lange mit der Bahn und erst später, nach dem 1. Weltkrieg mit dem Automobil zurückgelegt werden. Dabei werden die auf der Route liegenden Städte und andere für den Reisenden interessanten Orte abgehandelt. Die umfangreichste Ausgabe ist der Band Deutschland und Österreich von 1872 mit 961 Seiten, während die kleinste, Weimar und Jena(1932 im Goethejahr erschienen), gerade einmal 41 Seiten misst.

Vignette

Üblicherweise sind im Text kaum Illustrationen zu finden; diese sind auf separaten Seiten untergebracht. Allerdings weisen einige Ausgaben Textillustrationen auf, die oft als Vignetten bezeichnet werden. Besonders trifft dies wiederum auf die Ausgaben von Ägypten zu.

Nach dem Text folgt ein Stichwortverzeichnis, das stets korrekt jeden im Band erwähnten Ort auflistet. Es wäre wünschenswert, dass die heutigen Reiseführer mit ebenso genauen Angaben auf den Markt kämen...

Karten, Pläne und Panoramas

Einer der größten Vorzüge der Baedeker ist die großzügige Ausstattung mit detailgetreuen und grafisch anspruchsvollen Karten, Plänen und - in manchen Ausgaben – Panoramen. Die Karten geben zumeist eine Orientierung über größere Landesteile; bei den Plänen handelt es sich in der Regel um Stadtpläne oder solche für Museen, Paläste oder ähnliches.

Panorama of Rome

Panoramen bieten in der Regel einen spektakulären Rundblick von einer Bergspitze oder auf eine Stadt. Dies kann ein extrem weiter Blickwinkel sein, wie es auf dem oben abgebildeten Stadtpanorama zu erkennen ist.

Norwegian and Swedish grammar

Anhänge

Am Ende eines Bandes können verschiedene Arten von Anhängen zu finden sein. So wurden aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg entgegen der ursprünglichen Maxime des Hauses Baedeker, nur Reiseführer frei von Werbung herauszubringen, zunächst den Regionalbänden Deutschlands von 1920 bis 1922 und dem Schweiz-Band von 1920 Reklameanhänge (Verein Invalidendank) beigegeben. Diese Bände erschienen dann gewöhnlich mit und später ohne diese Anhänge. Anfang der 1930er Jahre gab es noch einmal Reklameanhänge bei den Broschur-Ausgaben Jena und Weimar (1932) und Rom und Umgebung (1933) – wohl wiederum den nach der Weltwirtschaftskrise wirtschaftlich schwierigen Zeiten geschuldet.

Weiter können ergänzende Angaben zu großen Ausstellungen vorhanden sein. Allerdings wurden diese Hinweise in der Regel lose beigelegt oder gar dem Buchhandel separat vom Band nachgeliefert. Da sie also meist nicht mit eingebunden waren, sind sie oft verloren gegangen.

Von besonderem Interesse für den Liebhaber historischer Reiselektüre sind jedoch die in manchen Ausgaben von London, Paris, Berlin oder Rom zu findenden illustrierten Stadtpläne mit Straßenverzeichnissen, die als kleine Separat-Büchlein mit eingebunden wurden, oder die kleinen Sprachlehren in den Ausgaben von Skandinavien. Alle diese Büchlein konnten leicht vom Hauptband getrennt werden, was auch – zum Leidwesen der Sammler – nicht selten geschehen ist.

Hinterspiegel

Auf dem Hinterspiegel ist häufig eine Eisenbahnkarte des abgehandelten Reisegebiets eingeklebt. Vor dieser kann noch eine weitere größere Übersichtskarte zu finden sein. Beginnend mit den Griechenland-Baedekern Ende des 19. Jahrhunderts kommen bei einigen Ausgaben, so auch bei Indien (1914), kleine Taschen unter dem Hinterspiegel vor, in die die dem Band lose beigegebene Hauptkarte eingelegt wurde. Sammler sind stets sehr erfreut, wenn diese noch immer an ihrem vorgesehenen Ort im Band zu finden ist.

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